Demobericht

Indymedia

Am 12.05.2012 führte das Game Over Krauts Bündnis in Siegburg eine Demonstration unter dem Motto „8. Mai, ein Tag zum Feiern – Gegen Nationalismus und Geschichtsrevisionismus“ durch.
Das Game Over Krauts Bündnis wollte hiermit auf den Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai aufmerksam machen.

An der Auftaktkundgebung versammelten sich um 18:00 Uhr etwa 100 zumeist junge Menschen am Siegburger Bahnhof. Auch die Polizei war mit einem völlig überzogenen Aufgebot von einer Hundertschaft vor Ort.

Während der Auftaktkundgebung wurde der Aufruf in Form eines Jingles verlesen. In der Umgebung blieben einige interessierte Bürge stehen, welche dem Aufruf sichtbar zuhörten und in der Nähe der Kundgebung verweilten.

Die DemonstrantInnen setzen sich nun lautstark Richtung Innenstadt in Bewegung, leider begleitet von einem Polizeispalier. Im Verlauf der Demonstration wurden die Einsatzkräfte mehrmals gebeten sich doch von der Demonstration zurück zu ziehen, dies wurde ignoriert und das Spalier aufrecht erhalten. Der offene, friedliche Charakter der Demonstration wurde hierdurch optisch stark beeinträchtigt.

Am Rande der Demonstration wurden kontinuierlich Flyer verteilt, welche über das Anliegen der Demonstration aufklärten.

Während der ersten Zwischenkundgebung, in der nähe der ehemaligen Synagoge, wurden zwei Redebeiträge verlesen. Einer zum Thema Antifaschismus, dieser nahm Bezug darauf, wie ehemalige NSDAP- und SS-Funktionäre in der Nachkriegszeit in die Behörden der Brd integriert wurden und massgeblich auf den Aufbau des Sicherheitsapparates Einfluss nahmen. Der andere Beitrag beschäftigte sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Siegburg. Es wurde erläutert, wie die Synagoge in den Novemberprogromen niedergebrannt wurde und im Laufe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mehr als 300 Juden und Jüdinnen aus dem Rhein-Sieg Kreis deportiert und ermordet wurden.

Im Anschluss an die erste Zwischenkundgebung zog die Demonstration bis zu JVA Siegburg, wo abermals eine Zwischenkundgebung abgehalten wurde. Hier gab es eine Rede zur Geschichte der JVA, denn von hier wurden Menschen deportiert und in den Mauern der JVA wie Vieh gehalten.

Abermals setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung und machte sich nun auf den Weg zum jüdischen Friedhof in der Heinrichstraße. Vor den Toren des Friedhofs verweilte die Demonstration für eine Gedenkminute, um danach auf dem Parkplatz vom Haus der Begegnung die Abschlusskundgebung zu halten. Hier wurde den deportierten und ermordeten Juden und Jüdinnen noch einmal namentlich gedacht.

Nach der Demonstration gab es im SJZ Siegburg eine After-Demo-Party. Hier verbreiteten Raumheld wahre Feierlaune und im Anschluss an das Konzert legten noch mehrere Djs auf.

Gegen 4:00 Uhr morgens kreuzte die Polizei auf, verschaffte sich Zutritt in die Räumlichkeiten des Jugendzentrums und sprengte durch eine hohe Anzahl an eingesetzten PolizistInnen die Party. Das Ordnungsamt hatte in dieser Zeit nichts besseres zu tun, als Partygäste zu belästigen und bei Abreisenden Personalienkontrollen durchzuführen.
Einige Polizeikräfte traten äusserst aggressiv und eskalierend auf. Durch das besonnene Verhalten der VeranstalterInnen konnte eine Eskalation der Lage vor dem SJZ jedoch glücklicherweise verhindert werden.

Insgesamt ist die Demonstration als ein Erfolg zu werten, die Zahl der Teilnehmenden lag im Bereich der Erwartungen und während der Demo wurden dauerhaft lautstark Parolen wie „Nie wieder Deutschland!“ oder „Kein Vergessen, kein verschleiern – achter Mai, ein Tag zum Feiern!“ skandiert.

Trotz allem ist der Tag überschattet vom repressiven Verhalten der Polizei.